Frank Raki

"Imagination is the highest kite one can fly." Lauren Bacall

Willkommen bei Frank Raki!

The Story Is You

Storytelling ist ein Weg, sich neu zu erfinden. Wenn man authentisch dabei bleibt. John E. Powers, der Vater des modernen kreativen Werbens, sagte das schon 1895: „Tell the truth. Be interesting. Live the truth.“

Auf der come 2014 durfte ich über dieses Thema reden.

Unternehmen wie Selbständige kommunizieren ihre Identität mehr und mehr über Geschichten – und lernen über ihre Geschichten etwas über ihre Identität. Marketing muss nämlich keine manipulative Vermarktung sein, sondern kann als treibende Kraft und mit großer Wahrhaftigkeit aus der Mitte des Unternehmens heraus stattfinden. Nur so entsteht eine lebendige Beziehung zum Kunden.


Was vom Tage übrig blieb

Was für ein ereignisreiches Jahr. Allein die letzten zwei Wochen sehen in der Kurzzusammenfassung heftig aus:


Vom Ende der SF-Literatur

Die Science Fiction-Literatur ist am Ende, und das seit langem. Die Verkaufszahlen sind mau, Bestseller sind echte Mangelware. Warum? Gerne wird erklärt, wir lebten mittlerweile in einer so hoch technisierten Welt, dass sich die SF schwer täte, uns noch mit Innovationen zu überraschen.

Ich denke, das greift zu kurz. Es erklärt nicht, weshalb die SF im Kino nach wie vor Blockbuster hat und nur in Romanform absäuft. Hier also meine Antwort: SF-Literatur ist tendenziell anstrengend. Sie war es früher und sie ist es geblieben. Der Leser muss auf vielfache Weise „mitarbeiten“:

  • SF-Romane üben sich in stilistischen und narrativen Experimenten und verlangen dem Leser ab, sich auf Ungewohntes einzulassen.

  • SF-Geschichten beschreiben oft technische und soziale Entwicklungen, die vom Leser erwarten, dass er sich in ein eine komplexe Materie hineindenkt.

  • Es werden soziale und moralische Fragen aufgeworfen, die den Leser auffordern, sich eine eigene Haltung zu den problematischen Themen zu bilden.

In den Sternstunden der SF-Literatur in den 80ern hat das funktioniert. Das Bedürfnis der Menschen nach Unterhaltung war ein anderes als heute. Aber in den 90ern kam die Spaßgesellschaft, und seitdem gibt es eine breitere Neigung zu Geschichten und Unterhaltungsformen, die leicht konsumierbar sind. Das zeigt sich im Siegeszug märchenhafter Fantasy und im Boom visueller Medien.

Die SF-Literatur weigert sich leider, dem Bedürfnis der Masse nach bequemem Konsum entgegen zu kommen. Ganz anders das Kino, in dem SF nach wie vor erstklassig funktioniert (weil die Filmform eine Einfachheit in Narration, Thema und Ausdruck geradezu voraussetzt).

Mit ihren Tendenzen zur Themenorientiertheit und zum Experimentellen steht die SF-Literatur übrigens der hohen Literatur sehr nahe — die bekanntlich ebenfalls nicht allzu viele Leser hat, außer sie wird im Feuilleton besprochen.

Aber die SF muss nicht sterben. Sie kann wieder erfolgreicher werden. Sie muss dem Leser nur häufiger erlauben, sich voll und ganz zurückzulehnen und den Kopf beim Lesen ausgeschaltet zu lassen. Sie muss sich auf die Tugenden traditionellen Erzählens verlassen. Sie muss — wie das Kino — die technischen Erklärungen im Bildhintergrund lassen. Sie muss ihre wichtigen Themen auf eine weniger ausgestellte und einfacher konsumierbare Weise vermitteln …

… und sie darf darauf hoffen, dass wir uns irgendwann wieder weniger bequem unterhalten lassen wollen. Somewhere in the future.